Kurzmitteilung

Wiesn wie sie schöner nicht sein könnte.

oder: denn sie Wiesn nicht, was sie tun

Holger Badstuber berichtet vom seinem Wiesn-Sonntag.

Um 11 Uhr klingelt es an der Tür. Das muss der Schweini sein. Der hat versprochen, mich abzuholen, und wenn der Schweini was verspricht, dann hält er das auch.

Ich bin total im Stress. Bin ja erst vor einer Stunde von zu hause zurückgekommen. Aus Rot an der Rot, wo ich nach jedem schlechten Spiel bei Mama und Papa auf Pasta und Johannisbeerschorle absteige und über die Nacht bleibe. Dort spiele ich dann auch das Spiel vom Nachmittag auf FIFA nach. So zehn, fühnfzehnmal. Am liebsten schieße ich die Tore mit Schweini. Wegen seinem Jubel. Das Hoffenheim-Spiel musste ich ziemlich oft nachspielen. Alleine siebenmal um Firmino umzusäbeln. Meistens habe ich dafür Jerome genommen. Ist ja rein virtuell.

Jedenfalls wartet jetzt der Schweini und ich bin nicht bereit. Voll peinlich. Fast wäre ich an die Türe gegangen, ohne zu merken, dass ich noch mein Nachthemd anhabe. Das goldene Bayern-Trikot von 2008 mit der 31 drauf und Originalunterschrift.

„Ute“, rufe ich, „Ute, mach du mal auf. Das ist der Schweini.“ Meine Schwester, mit der ich jetzt schon zwei Jahre zusammen wohne, öffnet, aber es ist dann doch nur der Nachbar wegen einem Inbusschlüssel. Schweini verspätet sich. Sarah hat irgendwas mit ihren Haaren. Ich weiß ja nicht, was ich von der halten soll. Die ist schon voll hübsch und so und ich hab auch ein richtig geiles Bild von der in meinem Kleiderschrank (das darf der Schweini natürlich nicht wissen), aber ziemlich zickig ist sie trotzdem. Naja, so sind die Frauen halt, sagt der Schweini. Und bestimmt hat er damit Recht. Ich will auch mal so eine wie die Sarah.

Eine Stunde später fährt der Schweini dann bei mir vor. Sarah sieht richtig gut aus im Dirndl. Sie sagt die ganze Autofahrt über kein Wort. Schweini flüstert mir zu, dass sie beleidigt ist, weil er ihr gesagt hat, dass Anatoliy schönere Haare hat als sie. Um Sarah aufzumuntern sage ich ihr, dass Anatoliy auch schönere Haare hat als Ich. Und dass nur Demichelis schönere Haare hat als Anatoliy. Wirklich gesprächiger ist sie danach aber nicht.

Vor dem Käferzelt nimmt Schweini mich noch beiseite und erklärt mir ein paar Sachen zu Alkohol, Gina-Lisa, Matthäus, Scheichs und russischen Scouts von Anschi Machatschkala. Dann geht er mit Sarah ein paar Fotos machen, um sie zu besänftigen. Im Zelt setze ich mich neben unseren Co Peter Hermann, der mir die ganze Zeit etwas von einem klitzekleinen rosa Nilpferd erzählen will. Außerdem sitzen an unserem Tisch Jerome, David und Diego. Jerome macht ständig Witze über den Peter und bestellt ihm neues Bier. Ich würde mich das nie trauen. David trommelt wild auf dem Tisch. Dabei singt er: „Der Holger kriegt sie alle und nimmt sie mit nach haus, da heißts dann Bum-Bum-Badi, Bum-Bum Badi.”  Ich fühle mich geschmeichelt.

Irgendwann kommt Franck vorbei. Er zeigt mir ein Mädchen und sagt, dass van Buyten sich bei der unter dem Rock versteckt. Ich solle doch mal bitte nachschauen. Ich weiß aber nicht so recht und lasse es besser bleiben.

Alle sehen total gut aus. Vorallem Mario. Nur der Seppel-Hut von Philipp ist ein bisschen eigenartig. Einmal wäre ich fast auf die Frau vom Usami getreten. Die ist richtig nett. Wir haben eine Menge Spaß. Trotzdem bin ich froh, als ich mich abends in die Bayern-Bettdecke kuschele. Hoffentlich habe ich bei der Nationalmannschaft ein Zimmer neben Schweini, denke ich. Dann schlafe ich ein.

Arthur meldet sich wieder aus der Wohlfühl-Oase.               YouTube Preview Image

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2 Responses to Wiesn wie sie schöner nicht sein könnte.

  1. fffT 7. Oktober 2011 an 12:30 #

    Neuers “Grinsen” ist das allerbeste :)

  2. BumBumBoka 5. Oktober 2011 an 12:50 #

    Wie Holger sich kaputtlacht bei Jerome’s Joke.

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